Was zeichnet Scherrer Textillogistik aus, und welche besonderen Anforderungen stellt die Textillogistik an Fahrzeuge und Chauffeure?
Mit unseren eSprinter beliefern wir Kleidergeschäfte und Boutiquen in der ganzen Ostschweiz und im angrenzenden Ausland – oft mitten in Innenstädten mit Fussgängerzonen und zeitlich eingeschränkten Zufahrten. Die Kleider werden hängend transportiert und verkaufsfertig im Geschäft angeliefert. Entsprechend wichtig sind saubere, möglichst emissionsarme Fahrzeuge. Gleichzeitig ist beim Umgang mit den Textilien viel Sorgfalt gefragt.
Ihr habt drei Mercedes-Benz eSprinter und einen eActros im Einsatz. Was hat den Ausschlag für den Einstieg in die Elektromobilität gegeben?
Für uns war entscheidend, dass sich Elektromobilität heute zuverlässig in den Arbeitsalltag integrieren lässt. Die Fahrzeuge haben technisch grosse Fortschritte gemacht und eignen sich inzwischen gut für viele unserer täglichen Transporte. Gleichzeitig möchten wir unseren CO₂-Ausstoss reduzieren – und merken, dass auch unsere Kundschaft diesem Thema zunehmend Bedeutung beimisst.
Für welche Touren und Aufgaben setzt ihr die Fahrzeuge ein?
Unsere drei eSprinter fahren fixe Tagestouren: von St. Margrethen nach St. Gallen, von St. Margrethen nach Glarus sowie von St. Gallen über Mels nach Rapperswil. Der eActros ist im Auftrag von Gebrüder Weiss rund um die Uhr im Einsatz und legt pro Tag etwa 800 Kilometer zurück.
Wie bewähren sich die elektrischen Nutzfahrzeuge im Alltag?
Sehr gut. Voraussetzung ist allerdings, dass die Disposition auf die Fahrzeuge abgestimmt ist und die Lademöglichkeiten unterwegs bekannt sind. Wenn alle beteiligten Personen entsprechend sensibilisiert sind, funktioniert der Einsatz problemlos – und macht auch Freude.
Welche Erfahrungen habt ihr mit Reichweite, Nutzlast und Ladezeiten gemacht?
Beim eSprinter rechnen wir im Solo-Einsatz mit rund 230 Kilometern Reichweite pro Batterieladung. Dank einer Auflastung erreichen wir praktisch die gleichen Nutzlasten wie mit einem Diesel-Fahrzeug. Die damit verbundenen Vorgaben empfinden wir nicht als Nachteil.
Gut zu wissen: Ab 1. Oktober 2026 gelten in der Schweiz für elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge bis 4,25 Tonnen verschiedene Erleichterungen. Davon profitiert auch der eSprinter 414/420: Im Schweizer Binnenverkehr wird er in wichtigen Bereichen einem leichten Motorwagen gleichgestellt. Gleichzeitig ermöglicht die Auflastung eine hohe Nutzlast – je nach Ausführung beim eSprinter 420 mit 81-kWh-Batterie bis zu 1’670 Kilogramm.
Mit dem eActros erreichen wir rund 500 Kilometer. Die Nutzlast ist etwas geringer, für unseren Einsatz aber gut verkraftbar. Am Schnelllader dauert der Ladevorgang von etwa 30 auf 100 Prozent rund eineinhalb Stunden. Das lässt sich gut in den Tagesablauf integrieren.
Musstet ihr eure Tourenplanung anpassen?
Ja. Nicht jeder bestehende Einsatz lässt sich eins zu eins auf ein Elektrofahrzeug übertragen. Wenn Reichweite und Nutzlast optimal genutzt werden sollen, eignen sich vor allem Linienverkehr und fixe Touren. Hier lassen sich die Einsätze sehr gut planen.
Wie ist die Ladeinfrastruktur bei euch aufgebaut?
Für die eSprinter verfügen wir aktuell über drei AC-Ladestationen mit je 22 kW. Der eActros benötigt einen Schnelllader und wird momentan auswärts bei Partnern geladen. Als nächsten Schritt planen wir deshalb einen eigenen Schnelllader auf unserem Firmengelände. Damit gewinnen wir zusätzliche Unabhängigkeit.
Wie erleben eure Chauffeure die elektrischen Fahrzeuge?
Die einfache, ruhige und mühelose Bedienung überzeugt. Sehr geschätzt wird auch die Möglichkeit, das Fahrzeug im Stand zu klimatisieren – sowohl im Sommer als auch im Winter.
Vitalie, wie erlebst du den eSprinter im täglichen Einsatz – und worauf musst du im Stadtverkehr besonders achten?
Das Fahren ist sehr ruhig und angenehm – für mich dadurch auch weniger stressig. Gerade in der Stadt muss man allerdings besonders aufmerksam sein, weil Fussgänger den eSprinter kaum hören. Für meine tägliche Tour reicht eine Batterieladung problemlos aus.

Welche Rückmeldungen bekommt ihr von euren Kundinnen und Kunden?
Die Rückmeldungen sind durchwegs positiv. Besonders sichtbar wird der Unterschied in den CO₂-Reports, die wir unseren Kunden zur Verfügung stellen. Dort lässt sich die Wirkung der elektrischen Transporte konkret nachvollziehen.
Wie erlebt ihr die Zusammenarbeit mit der SternGarage.ch AG – und wie geht es mit der Elektrifizierung weiter?
Die Zusammenarbeit und Betreuung durch die SternGarage.ch AG erleben wir als sehr angenehm und unkompliziert. Vom ersten Gespräch über die Fahrzeugwahl bis zur Inbetriebnahme wurden wir kompetent begleitet. Bei Fragen haben wir einen direkten Ansprechpartner und erhalten rasch Unterstützung. So funktioniert die Zusammenarbeit für uns – persönlich, zuverlässig und tipptopp. Mit dem geplanten Schnelllader auf unserem Firmengelände möchten wir nun den nächsten Schritt machen. Das Laden bei Partnern funktioniert zwar problemlos und hält uns auch nicht davon ab, weitere Elektrofahrzeuge anzuschaffen. Gleichzeitig sind wir gespannt, welche neuen Entwicklungen und Innovationen in den kommenden Jahren auf den Markt kommen.










