31 Bodenplatten – und jede Menge Betonarbeit
Allein beim Beton zeigen die Zahlen, welche Grössenordnung unser Neubau inzwischen erreicht hat: Die Bodenplatte musste in 26 Etappen erstellt werden. Dazu wurden rund 3’000 Laufmeter Fugenbänder und etwa 1’800 Quadratmeter Frischbetonverbundfolie verlegt. Letztere dient dazu, die Bauteile zuverlässig gegen eindringendes Wasser abzudichten – besonders wichtig, weil Teile des Untergeschosses im Bereich des Grundwassers liegen.
Vieles davon wird später nicht mehr sichtbar sein. Genau darin liegt aber eine der Herausforderungen eines solchen Bauprojekts: Was einmal unter Beton, Boden oder Wand verschwindet, muss von Anfang an genau geplant und ausgeführt sein.
Energie aus 200 Metern Tiefe
Ein besonders spannender Teil unseres Energiekonzepts liegt sogar noch viel tiefer. 60 Erdsonden reichen jeweils 200 Meter in den Boden. Zusammengerechnet entspricht das einer Bohrtiefe von 12 Kilometern. Über dieses Erdsondenfeld wird künftig Energie aus dem Erdreich genutzt. Eine kombinierte Wärmepumpen- und Kältemaschinenanlage sorgt dafür, dass das Gebäude sowohl beheizt als auch gekühlt werden kann. Die Anlage erreicht eine maximale Heizleistung von 428 kW und eine Kälteleistung von 245 kW. Damit dieses System langfristig funktioniert, wurde das gesamte Geothermiefeld bereits während der Planung simuliert. Vereinfacht gesagt: Man hat berechnet, wie viel Energie dem Boden entzogen werden kann und wie sich das Erdreich über die Jahre wieder regeneriert.

Fast 900 kWp vom Dach
Auch die Sonne wird künftig einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Auf dem Gebäude ist eine Photovoltaikanlage mit 895 kWp Leistung vorgesehen. Was bedeutet eine solche Zahl? Ein anschaulicher Vergleich stammt von unserem Elektroplaner: Ein aktueller Mercedes-Benz CLA benötigt rund 12,5 kWh Strom auf 100 Kilometer. Würde die PV-Anlage während einer Stunde ihre volle Leistung von 895 kW produzieren, entspräche diese Energiemenge rechnerisch einer Fahrstrecke von rund 7’160 Kilometern – ungefähr von Lissabon nach Oslo und wieder zurück. Als weitere Grössenordnung: Die Anlage könnte laut Berechnung des Elektroplaners etwa den Strombedarf von 250 Einfamilienhäusern abdecken. Damit diese Energie im Gebäude auch verteilt werden kann, braucht es eine entsprechend leistungsfähige Infrastruktur. Für den Neubau ist eine Trafoleistung von 1’600 kVA vorgesehen.
300 Kilometer für die digitale Welt
Auch die Dateninfrastruktur ist alles andere als klein dimensioniert. Rund 300’000 Meter IT-Kabel sollen im Gebäude verlegt werden. 300 Kilometer Kabel – das ist ungefähr die Distanz, die man mit dem Auto von Heerbrugg bis nach Mailand zurücklegen würde. Im Neubau verschwinden diese Kilometer später in Kabeltrassen, Schächten, Decken und Wänden und bilden das Nervensystem der digitalen Gebäudetechnik.
Sicherheit auf elf Kilometern Rohrleitung
Beeindruckende Zahlen liefert auch die Sprinkleranlage. Gemäss aktuellem Planstand sind rund 4’100 Sprinklerköpfe vorgesehen. Verbunden werden sie über etwa 11’300 Meter Rohrleitungen, unterteilt in fünf Gruppen. Die Angaben sind noch nicht abschliessend, zeigen aber bereits die Dimension des Brandschutzes. Elf Kilometer Sprinklerleitungen – auch sie werden später kaum wahrgenommen. Im Ernstfall müssen sie jedoch genau dort funktionieren, wo sie gebraucht werden.
100’000 Kubikmeter Luft pro Stunde
Und dann ist da noch etwas, das man ohnehin nicht sieht: Luft. Ausstellung, Büros, Werkstätten, Lager und Einstellhalle stellen ganz unterschiedliche Anforderungen an Raumklima und Lüftung. Deshalb erhalten die verschiedenen Bereiche eigene, bedarfsgerecht ausgelegte Anlagen. Die grösseren Lüftungssysteme bewegen zusammen rund 100’000 Kubikmeter Luft pro Stunde. Gleichzeitig wird mit Wärmerückgewinnung möglichst viel vorhandene Energie wieder genutzt. Für die Einstellhalle wurde die Luftströmung sogar eigens am Computer simuliert – mit rund zwei Millionen Berechnungszellen. So liess sich untersuchen, wie sich Luft und mögliche Schadstoffe verteilen. Aufgrund dieser Berechnungen konnte die Luftführung optimiert und der Platzbedarf für Lüftungskanäle reduziert werden. Das spart nicht nur Kosten, sondern schafft auch mehr nutzbare Raumhöhe.
Ein Gebäude, in dem vieles zusammenspielen muss
Zum technischen Konzept gehören auch zahlreiche weitere Bereiche: eine zentrale Trinkwasserverteilung mit Enthärtungsanlage, ein 1’000-Liter-Warmwasserspeicher, zwei Druckluftkompressoren für die Werkstätten und eine getrennte Führung der verschiedenen Abwässer. Selbst Regenwasser ist ein Thema: Von den begrünten Dachflächen können bis zu 150 Liter pro Sekunde anfallen. All diese Anlagen müssen miteinander, mit dem Gebäude und mit den späteren Arbeitsabläufen harmonieren. Und genau das macht unseren Neubau so spannend: Hinter jeder sichtbaren Wand steckt bereits viel Technik, Planung und Detailarbeit. Heute sehen wir noch Kräne, Armierungen und offene Installationen. Wenn wir unseren neuen Standort dereinst beziehen, wird ein grosser Teil davon verschwunden sein. Doch genau diese unsichtbaren Kilometer an Leitungen, Rohren und Kabeln werden dafür sorgen, dass im Alltag alles möglichst selbstverständlich funktioniert.












